7.
Kernaussagen des //. Vat. Konzils über die Kirche
Das
II.Vat.Konzil, mit dem Papst an der Spitze selbst eine Repräsentation der
Gesamtkirche, hat in seinem erstmalig umfassend vorgelegten Selbstverständnis
besonders hervorgehoben die Position des Laien in der Kirche, die Rolle des
Bischofsamtes, das Kollegium der Bischöfe als Nachfolger des Apostelkollegiums,
das Verhältnis zu den nichtkatholischen christlichen Kirchen und Gemeinschaften
und so ein in der von ihm gebotenen Klarheit bisher nicht vorhandenes, neues
Bild von der Kirche gereicht.
8.
Ort der Ekklesiologie innerhalb der Theologie
Bevor
wir weiterschreiten, soll ein Wort zu der Frage gesagt werden, ob die
Ekklesiologie, die Lehre von der
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Kirche,
nicht an den Beginn einer jeden dogmatischen Darstellung gehört. Die Kirche ist
ja in der Tat die transzendental-theologische Ermöglichung einer jeden
theologischen Aussage. Denn von der Kirche empfangen wir die Schrift, welche
uns von Jesus Christus Zeugnis gibt. Hier erhebt sich eine nicht zu lösende
Antinomie. So sehr die These von der Ekklesiologie als der Grundlegung aller
dogmatischen Aussagen richtig ist, ebensosehr ist es richtig, daß die Kirche
wiederum nur von Christus und seinem Werke her verstanden werden kann. Wir
bewegen uns daher in einem Kreise. Dieser ist jedoch nicht ein fehlerhafter
Kreis (circulus vitiosus), sondern der Kreis des Lebens. Der Theologe kann nicht
theologisch über Jesus reden, ohne ständig den Horizont des kirchlichen
Glaubens vor sich zu haben. Er braucht aber die formelle Darstellung seines
Glaubens »an« die Kirche seinen christologischen Aussagen nicht
vorauszuschicken. In der hier bestehenden Antinomie kann man nur durch eine
Entscheidung zum Ziele kommen. Wenn die Ekklesiologie nicht an den Anfang oder
Ausgang für jede theologische Aussage gestellt, sondern im Anschluß an die
Christologie behandelt wird, so liegt die Absicht zugrunde, den
christozentrischen und mit ihm den pneumatologischen Chrarakter der
Ekklesiologie auf das stärkste zu betonen. Die dabei bestehende Unzuträglichkeit
wird in Kauf genommen.
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