2. Kapitel

 

Einheit und Spannung zwischen

dem Geiste Got­tes und den Menschen

 

Der von dem Vater durch Jesus gesandte Geist wirkt nicht wie eine automatisch-wirkende Kraft. Er bewegt vielmehr die Menschen zu ihrer eigenen Ent­scheidung. Die Kirche hat im Heiligen Geiste die Voll­macht der Entscheidung. Am weittragendsten wird diese vollzogen im Dogma bzw. in den Dogmen (siehe Bd. 1,2). So war die konkrete Gestaltung der Kirche des neutestamentlichen Gottesvolkes an jenem Pfingsttage nicht nur durch den Willen Jesu Christi, sondern auch durch die Entscheidung der von ihm ge­rufenen Menschen bestimmt. Die Verkündigung des Apostels Petrus erfolgte zwar auf­grund der ihm zuteil gewordenen Geistbegabung. Sie entsprach aber auch seiner persönlichen Art zu denken und zu reden. Die Kirche erweist sich seit jenem Tage als eine Einheit von göttlichem und von menschlichem Wirken, als eine gottmenschliche Realität. Es wäre zwar eine Verken­nung des Schriftzeugnisses, den Geist mit der Ge­meinde iden­tifizieren zu wollen. Es würde jedoch der Schrift ebenfalls widersprechen, wenn man die Ge-

 

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meinde, ihre Spontaneität, ihre geschichtliche Situa­tion und ihre menschliche Eigenart aus der Gestaltung der Kirche ausklammern wollte. Auch unter der Ein­wirkung des Geistes bleibt die Freiheit mit allen ihren menschlichen Schattierungen bestehen. So ist in die konkrete Gestalt der Kirche das Menschliche der mit dem Heiligen Geist begabten Apostel und Jünger ein­gegangen.

 

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