ERSTER TEIL

 

Das Wesen der Kirche

 

Einführung (Überblick)

 

1. Christus und Kirche

 

Das Wort »Kirche« ist für viele Menschen der Ge­genwart ein Reizwort. Nach wie vor scheint die Devise zu herrschen: Christus ja, Kirche nein. Dabei ist aller­dings zu vermuten, daß sowohl Christus als auch die Kirche in einem der Wirklichkeit fremden Sinn verstan­den werden. Viele Mißverständnisse sind allerdings begreiflich. Sie schöpfen ihre Kraft aus den nicht sel­ten bis in die letzte Tiefe hinabreichenden, häufig gera­dezu feindseligen Auseinandersetzungen innerhalb der Kirche selbst und wohl auch aus manchen fromm ge­meinten, abergläubischen und nicht hinreichend und ernst genug abgelehnten sog. Volksanschauungen. Sie drücken sich zum Teil aus in Stichworten wie den folgenden: Kirchliches Amt, Laie und Amtsträger, kirchliche Hierarchie, päpstliche Unfehlbarkeit, Kirche und Geist, Kirche und Christus, Kirche und moderne Welt, Unauflöslichkeit der Ehe u.s.w.

Die Lehre von der Kirche schließt sich unmittelbar an die Christologie an. Die Kirche ist zwar nicht entfal­teter Christusglaube. Sie ist aber ohne ihn nicht nur nicht verständlich, ihre Existenz und ihr Tun entsprin-

 

 

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gen vielmehr prinzipiell, wenn auch nicht in allen ihren geschichtlichen Ausformungen, seinem Willen und seinem schöpferischen Tun. Deshalb hat die Kirche wie Christus einen Heilssinn für die gesamte Mensch­heit, ja für die gesamte Schöpfung. Es sei daran erin­nert, daß die ganze Schöpfung in und durch Christus erschaffen wurde (Band 4).

 

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