ff) Messias und Gottesknecht

Jesus verbindet die Messiasfunktion offensichtlich mit der Gottes-Knecht-Funktion, die im Deutero-Jesajas geweissagt ist. Wie schwer es den Jüngern fiel, den unpolitischen Charakter von Jesu Messiastum und insbesondere die Verbindung mit dem Ebed-Jahwe (Knecht Gottes) zu verstehen, zeigt sich an der Re­aktion des Petrus. Petrus macht Jesus ob der Leidens­vorhersage Vorhalte. In einer unerwarteten Schärfe wird er um dessentwillen gerügt: »Hinweg von mir, (nach R. Pesch, II 48: Fort, mir nach, Satan) du Wider­sacher. Du denkst nicht das, was Gottes ist, sondern das, was des Menschen ist« (Mk 8, 33). Wie bitter ernst die Leidensaussage gemeint ist und wie unlöslich sie mit Jesu Messiastum verbunden ist, wird nach Markus weiteren Kreisen zum Bewusstsein gebracht, wenn Jesus erklärt: »Wer mir nachfolgen will, der ver­leugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und fol­ge mir nach. Denn wer sein Leben erhalten will, der wird es verlieren; wer aber um meinet- und des Evan­geliums willen sein Leben verliert, der wird es behalten (Mk 8, 34f). Jesus rechnete also zur Funktion seines Messiastums seinen gewaltsamen Tod. Diesem aber schrieb er erlösende Kraft zu. Jesus sah denn das auf

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ihn zukommende Todesschicksal als ein göttliches »Muss« an (Lk 12, 50; 13, 32f). In dem stellvertreten­den Todesleiden für die Vielen sah er den vom Heils­plan Gottes gewollten Sinn seines Sterbens (vgl. Jes 53, 4-12). Eine Bestätigung dieses Bewusstseins be­deutet es, wenn Jesus nach der ältesten erreichbaren Überlieferung in den Abendmahlsworten erklärt: Dies ist mein Blut des Bundes, das für viele vergossen wird (Mk 14, 24). Es lässt sich kaum bestreiten, dass damit auf Dt-Jes 43 zurückgegriffen wird.

 

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