bb) Machttaten und Glaube

Die Zeichen setzen den Glauben in einem anfang­haften Sinn schon voraus. Sie zeigen dem Glauben­den die Herrlichkeit Jesu. Für den Nicht-Glaubenden sind sie nur erstaunliche Vorgänge. In zeichenhaften Machttaten tritt sowohl die Herrlichkeit Gottes als auch die Herrlichkeit Jesu in Erscheinung (2, 11; 11, 4. 40). Man kann sie nicht mit der platonischen Philoso­phie erklären, nach welcher das Bild, das Zeichen die Erscheinung der eigentlichen Wirklichkeit ist, sondern nur mit dem Rückgriff auf die im Buche Exodus des

 

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AT bezeugten Wunder anlässlich der Befreiung aus der ägyptischen Versklavung und auf die Verheißungs­­wunder der Propheten. Auch die von den Syn­­optikern berichteten Machttaten, die zum großen Teil mit den von Johannes berichteten identisch sind, sind als Zei­chen zu verstehen. Die Zeichen- haf­tigkeit ist jedoch hier und dort jeweils anders zu interpretieren. Nach den synoptischen Evangelien be­­deuten die Machtta­ten Jesu das Aufblitzen der Gottesherrschaft, welche ihre Vollendung in der Zu­kunft erreichen wird. Sie ha­ben mehr soteriologische als christologische Bedeu­tung. Nach Johannes hingegen sind die Zeichen die Epiphanie Gottes in Jesus Christus bzw. die Offenba­rung Jesu Christi selbst. In Jesus Christus ist das Heil schon gegenwärtig. Die Heilung des Beamtensohnes von Kafarna­­um, des langjährig Kranken vom Betesdateich und die Auferweckung des Lazarus sind Offen­ba­rungen, dass das Leben schon erschienen ist. Das Le­ben, das Jesus in diesen Machttaten wirkt, ist auch bei Johannes zugleich Sinnbild und Unterpfand des ewigen Lebens, das für den künftigen Äon zu erwar­ten ist. Dies ist aber für Johannes nicht nur zukünftig, sondern verborgen schon präsent und wird von Jesus schon jetzt den Glaubenden vermittelt.

 

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