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Konsequenzen des Vollmachtsanspruchs Jesu
Angesichts
dieses alle alttestamentlichen Glaubensvorstellungen transzendierenden
Vollmachtsanspruches drängt sich sowohl den verantwortlichen Führern des
Volkes, den Ältesten, den Schriftgelehrten, als auch weiten Volkskreisen, ja
selbst den Jüngern und den nächsten Verwandten immer "wieder die Frage
auf: Wer ist dieser? Was ist das für eine neue Lehre? (Mk 1, 22. 27; Lk 7, 49;
8, 25). Gerade die Verantwortlichen mussten diese Frage mit Nachdruck an ihn
richten, da durch seine Botschaft die ganze bisher geltende, von Mose und
durch Mose von Gott selbst stammende Glaubensordnung in Gefahr gebracht wird (Mt
21, 23; Mk 11, 28; Lk 20, 2). Die Vollmachtsfrage der für die Ordnung und den
Kult Zuständigen stammt weder aus sträflicher Unkenntnis noch aus böswilliger
Verstocktheit. Sie ist zunächst geboren aus einem tiefen
Verantwortungsbewusstsein. Dieses schlägt freilich in Schuld um, da sich
die Maßgebenden nicht ernsthaft die Frage stellen, wer dieser seltsame Jesus
sei und nicht mit allen Kräften um die Antwort ringen oder wenigstens zu der Möglichkeit
vorstoßen, dass dieser alle und alles überbietende Jesus eine Gottes-
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botschaft ausrichte und so
der verheißene Gottesgesandte sei. Er behauptet ja, der von Gott verheißene
Heilsbringer zu sein, er zeigt sich als solcher und zwar nicht nur durch Worte,
sondern durch Taten (vgl. etwa Mt 13, 23-30; 21, 33-44; 22, 1-14; Lk 14,
15-24; 20,9-19; Mk 12, 1-12). So eng erweist sich Jesus mit Gott und dessen
Herrschaft verbunden, dass eine Ablehnung seiner Person objektiv einem Verrat
an der bisherigen von Gott gegebenen religiösen Ordnung gleichkommt. Nur aus
diesem seinem Bewusstsein, ganz Gott zu gehören, ja, der Sohn in einem einmaligen
Sinne zu sein, fließt sein absolutes Autoritäts- und Vollmachtsbewusstsein.
Um
dies zu begreifen, muss sich der Mensch allerdings von jeder Selbstsicherheit
freimachen, er muss bereit sein, auf den immer wieder neu ankommenden Gott und
seine Botschaft zu lauschen. Man darf sich nicht auf das Gegenwärtige und das
Bisherige festlegen. Nur wer immer offen bleibt für das Neue, das freilich
nach dem Zeugnis des Alten Testamentes die Erfüllung der Verheißung, also
die überbietende Verwirklichung des von Gott selbst in Aussicht Gestellten
ist, ist in der Lage, Jesus zu bejahen.