b)
Jesus als der »Herr« und als »Mensch«
Als
Sohn ist Jesus zugleich der Herr (2, 3; 7, 14; 13, 20). Auf der einen Seite wird
er geschildert als derjenige, welcher treu ist dem, der ihn gemacht hat, als
derjenige, der uns in allem gleich ist, und daher in den Menschen seine Brüder
sehen kann. Auf der anderen Seite werden alttestamentliche Texte, welche nach ihrem
ursprünglichen Zusammenhang Gott meinen (etwa Pss 45, 7. 8; 2, 26ff),
unbefangen und ohne jede Einschränkung auf Jesus übertragen, der so einfachhin
Gott genannt wird (1, 8f). Jesus ist mit Herrlichkeit umkleidet. Er hat den
Ehrenplatz neben Gott. Dies ist
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jedoch noch nicht die Endstufe der ihm zugemessenen
Vollendungsherrlichkeit. Dem Sohne ist auch jetzt schon die zukünftige Welt
unterworfen, und Gott setzte ihn ein zum Erbe von allem. Man kann jedoch jetzt
noch nicht sehen, dass ihm schon alles unterworfen sei. Es muss daher noch ein
Schluss kommen. Diesen wird die Parusie einleiten. Christus wird zum zweitenmal
erscheinen, und zwar denen, die ihn zum Heile erwarten (1, 2; 2, 8; 9, 27; siehe
0. Kuss, Der Brief an die Hebräer,
2. Auflage, Regensburg 1966 143-152. Fr. J. Schierse, Verheissung und
Vollendung. Zur theologischen Grundfrage des Hebräerbriefes, München 1955.
Fr. Schröger, Der Verfasser des Hebräerbriefes als Schriftausleger, Regensburg
1968).