bb) Geschichte des Wortes Messias

Zum ersten Mal hat die Salbung sakrale Bedeutung in der Salbung Davids zum König (2 Sam 2, 2f; 5, 11. Außer den Königen wird noch der Hohe Priester ge­salbt. Der Titel »Messias« wird allerdings als Bezeich­nung für den kommenden Retter, der das endgültige Heil bringen soll, lange Zeit nicht gebraucht. Erst in den apokryphen Psalmen Salomons (Pss 17 und 18) im ersten vorchristlichen Jahrhundert wird der kommen­de Retter-König Messias genannt. Der erhoffte Herr­scher wird als Davidide gedacht. Er sollte aber das da­vidische Königtum zugleich übertreffen. Er wird in be­sonderer Wei­se vom Geiste Gottes ergriffen sein (Jes 7, 14; 9, 1-6; 11, 1-5). Im spätjüdischen Schrifttum (Sach 3f; 6, 8-14), namentlich in den Qumran-Schriften, tritt neben diesen politischen Messias ein zweiter, nämlich ein priesterlicher Messias.

 

cc) Jesu Zurückhaltung gegenüber dem Messiastitel

Jesus selbst ist gegenüber dem Messiastitel sehr zu­rückhaltend. In dem ersten Verse des Mk-Evangeliums scheint der Titel schon als Eigenname für Jesus von

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Nazaret gebraucht zu sein. Der Text lautet: »Anfang des Evangeliums Jesu Christi.« Manche Hand­schrif­ten fügen hinzu »des Sohnes Gottes«. In der Übersetzung U. Wilckens wird dazu die Anmerkung gemacht: »Das Evangelium, die Heilsbotschaft ... ist die Kunde von Gottes Heilshandeln als Freudenbotschaft für alle Völ­ker... Nach Markus hat dies verheißene Evangelium seinen Anfang im Auftreten des Bußpredigers Johan­nes in der Wüste. Indem er Sünder zur Umkehr rief, hat er sie auf Jesus gewiesen, der als der Verkündiger des Reiches Gottes der eigentliche Evangelist ist ... Markus selbst will mit seinem Buche nichts anderes als diese Botschaft in der Geschichte ihres Verkündigers Jesu Christi darstellen.«

    

 

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