kk) Einzug Jesu in Jerusalem

Auch die Art und Weise, wie Jesus wenige Tage vor seinem Leiden in Jerusalem einzieht, ist aufschluss­reich für sein Messiasbewusstsein (Mk 11, 1-10). Die Juden sehen in dem in Jerusalem Einziehenden den König, der nun von seinem Reiche Besitz ergreifen will (Mk 11, 10; Lk 19, 38). Offen bekennt Jesus seinen Anspruch, der Messias zu sein, erst vor dem Gerichte des Hohen Rates. Auf die Frage des Kajaphas, ob er der Messias, der Sohn des Hochgelobten sei, antwor­tet er unumwunden: »Ich bin es« (Mk 14, 62f) bzw.: »Du sagst es« (Mt 26, 64), oder: »Ihr sagt es; ich bin es« (Lk 22, 70).

 

II) Jesu messianische Selbstaussage

Als Jesus von Pontius Pilatus, dem Vertreter der rö­mischen Besatzungsmacht, vor dem er als Aufwiegler des Volkes angeklagt ist, gefragt wird, ob er, wie seine Landsleute sagen, wirklich der König der Juden sei, gab er die Antwort: »Du sagst es« (Mk 15, 2; Mt 27, 11; Lk 23, 3) bzw.: »Du sagst es, ich bin ein König« (Joh 18, 37). Falsch wäre die Meinung, dass nach den angegebenen Texten Jesus die Ansicht, er sei der Messias, dem Pontius Pilatus bzw. dem Hohen Prie­ster zuschriebe, während er selbst nicht Stellung neh­me. Denn der an ihn gerichteten Frage geht ja die An­klage voraus. Seine Antwort begreift also in sich, dass er das in der Anklage Behauptete zugibt. Tatsächlich trägt das Kreuz die Inschrift mit der Angabe der Schuld: »Jesus König der Juden« (Mt 27, 37; Lk 23, 38). Zugleich hat er in dieser Stunde verkündet, dass er

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wiederkommen werde auf den Wolken des Himmels, um über alle Menschen, auch über seine jetzigen Rich­ter, Gericht zu halten. Der Ausdruck »auf den Wolken des Himmels« bedeutet nichts anderes, als dass er in Macht wiederkommen werde, nachdem er sich zur Rechten des Allherrschers niedergelassen habe, d.h. an der Herrschergewalt Gottes teilnimmt.

 

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