gg) Der leidende Messias

Jesus selbst hat sich nie formell Messias genannt. Was er tat, weckte jedoch in seinen Anhängern die Vermutung bzw. die Überzeugung, dass er seine Mes­siasfunktion nur ausüben konnte, indem er unterlag. Dies wird (Mk 13,9f. par; Mt 10,17) noch dadurch un­terstrichen, dass die Urheber der Verurteilung genannt werden: »das Synedrium mit seinen 71 Mitgliedern, den Hohenpriestern, d. h. den für dieses Amt wählba­ren Adligen, den Schriftgelehrten, d.h. den geschul­ten Theologen (die zugleich Juristen waren, da das Gottesgesetz auch Staatsgesetz war...) und den Äl­testen, den Laien ... So radikal ist die Ablehnung Got­tes durch die Welt, dass sie ausgerechnet durch die or­dentliche kirchliche Behörde ausgesprochen wird« (E. Schweizer, Das Evangelium nach Markus, Göttingen 1967, 97). »Der Menschensohn muss vieles leiden und verworfen werden«, lässt Markus (8, 31) Jesus im An­schluss an das Messiasbekenntnis des Petrus »lehren« und »frei heraussagen«. »Gott ist also darin Gott, dass er das kann, was der Mensch nicht kann: sich verwer­fen lassen, niedrig und gering sein — ohne dadurch in Minderwertigkeitsgefühle getrieben zu werden, die be­weisen, dass er von ganzer Seele anders, eben groß

 

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sein möchte. Wer das Leiden des Menschensohnes versteht, hat Gott verstanden. Dort, und gerade nicht im himmlischen Glanz, sieht er Gott ins Herz« (E. Schweizer, a.a.O., 98).

 

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