d) Der Logos

 

aa) Vorbemerkung

 

Von hier aus gewinnt man einen Zugang zum tiefe­ren Verständnis der heilshaften Tragweite der von Jo­hannes so lebhaft unterstrichenen Präexistenz des Logos. Sie hat den Sinn, die Heilsmacht des christlichen Erlösers zu begründen. Weil er von oben ist, kann er wieder nach oben führen. Das dürfte auch der Haupt­grund dafür sein, dass Johannes seinem Evangelium das Logoslied vorausgeschickt hat. R. Schnackenburg sieht eine Bestätigung für diese Zusammenhänge in der Offenbarungsrede im Evangelium, in der das The-

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ma vom Abstieg aus dem Himmel und vom Aufstieg in die himmlische Welt am stärksten entfaltet ist, nämlich in der Brotrede des Kapitels 6. Hier wird mit Nachdruck gesagt: Das Gottesbrot ist der, der vom Himmel herab­gestiegen ist und der Welt das Leben gibt (Joh 6, 33; vgl. die Verse 41 f. 58). Bis dahin war den Menschen of­fensichtlich noch nicht das wahre göttliche, bleibende und unzerstörbare Leben geschenkt. Deshalb und für diesen Zweck musste der kommen, der wirklich im Him­mel war, der herabgestiegen ist und, eben als solcher über allem Irdischen stehend (3, 41), mit Gottes unbe­grenzter Vollmacht (3, 35) und mit Geist in Fülle (3, 34) ausgerüstet, allein Gottes Geist und Leben mitzuteilen vermag, der freilich erst voll wirksam sein kann, wenn er wieder aufgestiegen ist (6, 22; R. Schnackenburg, Das Johannesevangelium, l, Freiburg 1965).

Weil Jesus das Bewusstsein hat, dass er von Gott ausgegangen ist (13, 3), dass er nicht von sich gekom­men ist (3, 31; 7, 28; 8, 42), weiß er, dass er das Werk des Vaters vollbringt (4, 34; 9,4). Dies aber ist die Ret­tung der Welt. Er redet die Worte des Vaters, denn Gott hat ihm den Geist in ungemessener Fülle verlie­hen (3, 34; 12, 49; 14, 24). Der Vater wirkt und schafft durch Christus das Heil der Welt (6, 38ff). Als der vom Vater Gesandte wird er auch einmal Gericht halten, und sein Urteil wird wahr sein, weil es in Übereinstim­mung mit dem Vater gefällt wird (Joh 8, 16). Für die Glaubenden ist er Weg, Licht, Wahrheit, Auferste­hung und Leben (Joh 6, 35ff; 11, 25; 14, 6).

 

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