jj) Abschluss

Abschließend lässt sich sagen: Das Sohnesbewusst­sein Jesu in einem absoluten und exklusiven Sinn ist durch Mt 11, 27 und die Art wie Jesus sonst auftritt und spricht hinreichend gesichert. Naturgemäß kann man in dieser Dimension keine mathematische Gewiss­heit verlangen oder erwarten. Die ist durch die Sache selbst ausgeschlossen. Das Sohnesbewusstsein Jesu bildet die sichere Grundlage für die christologische Sohn-Gottes-Lehre der Kirche. Der Titel »Sohn Got­tes« wurde zunächst gebraucht aufgrund verschiede­ner messianischer bzw. alttestamentlicher Vorstellun­gen (2 Sam 7, 14; Pss 2,7; 10,1). Diese Texte wurden auf den erhöhten Christus angewendet. Man sah in ih­nen die Ausdrucksgestalt dessen, was in der Erhöhung des Herrn geschehen ist. Vielleicht spielt auch Jes 7, 4. 14 eine Rolle. Aufgrund des absoluten Sohnesbe­wusstseins Jesu Christi konnten die Sohn-Gottes-

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Texte in einer tieferen Weise reflektiert werden, so dass sie als Interpretation des Sohnesbewusstseins Jesu verwendet werden konnten. Diese Reflexion tendierte in die metaphysische, seinshafte, der Erfahrung nicht mehr unmittelbar zugängliche Tiefe. Erreicht wurde die letztere wie gesagt erst in der Theologie des Apo­stels Paulus und in der Theologie des Johannes sowie in der Theologie des Hebräerbriefes. Ihre volle sprach­liche Formulierung fand sie erst jenseits des apostoli­schen Zeitalters.

Wenngleich indes nach dem Jesus selbst zuzu­schreibenden Worte Mt 11, 27, dass nämlich niemand den Sohn erkennt als der Vater und niemand den Va­ter erkennt, als der Sohn, das Erkennen des Sohnes dem des Vaters gleich ist, so hat das Erkennen des Sohnes, des Menschen Jesus, doch seine Grenzen. Die Stunde, wann die Parusie eintritt, kennt er nicht. Das Wissen hierüber ist dem Vater vorbehalten (Mk 13, 32). Der Vater allein hat den Auserwählten das Reich bereitet (Mt 25, 34. 41). Die Grösse des Sohnes liegt darin, dass er zur Rechten Gottes sitzt, das heißt, dass er an der Herrschaft Gottes Anteil nimmt (Mk 14, 62; 12, 36). Das Reich des Vaters, das Reich der Voll­endung, wird auch das Reich des Sohnes sein (Lk 22, 29). Wir wissen aber aus dem 15. Kapitel des ersten Korintherbriefes, dass in einer großen heilsgeschichtli­chen Bewegung jene Stunde erreicht wird, in welcher der Sohn alles dem Vater unterwirft, so dass der Vater »alles in allem« sein wird.

 

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