20.
Kapitel
Die Apostel erhielten noch eine weitere Sonderbelehrung durch Jesus. Aber auch ihnen wurde das entscheidende Verständnis erst durch die Auferstehung und die Geistmitteilung zuteil. Dass ihnen eine besondere Selbsterschliessung Jesu gewährt wurde, war in ihrer Jüngerschaft begründet. Sie wurden von Jesus zur Teilnahme an seiner Heilswirksamkeit berufen und zwar nicht wie die Jünger von Propheten auf Zeit, sondern für immer. Sie sollten die Lebensweise ihres Herrn nachahmen. Sein Leben sollte für sie auch ein wirksames Beispiel sein.
Eine einmalige Sonderoffenbarung und Sonderbelehrung wurde den Jüngern zuteil durch die Verklärung Jesu (siehe Teil 2): Lk 9, 28-36; Mk 9, 2-13; Mt 17, 1-13). Es war eine bevorzugte Unterrichtung von Petrus, Jakobus und Johannes, die »ganz allein« von Jesus mitgenommen wurden. Aber trotz dieser Auszeichnung blieb ihnen das von Jesus gebrauchte Wort von der Auferstehung von den Toten dunkel. Sie disputierten darüber, was das bedeuten soll.
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Petrus,
der an der Spitze der Jünger stand, erkannte im Umgang mit Jesus, dass er der
Messias sei. Während die nicht zum Jüngerkreis Gehörenden ihn zwar nicht für
einen der vielen Wanderprediger hielten, erst recht nicht für einen Menschen
mit besonderer charismatischer Kraft, sondern für den wiedergekommenen Johannes
den Täufer oder für Jeremias oder auf jeden Fall für einen Propheten, ihn
also in die Reihe der Grossen in der Heilsgeschichte einordneten, erklärte
Petrus: »Du bist der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes.« Jesus klärte
ihn darüber auf, dass ihm dies nicht »Fleisch und Blut« enthüllt hätten,
sondern der Vater im Himmel (Mt 13. 10ff;
16, 13-17; Mk 8, 27-9; Lk 9, 18-27).
Ausserdem belehrt er die Jünger sofort darüber, dass der Messias leiden und sterben müsse. Petrus konnte dies in keiner Weise verstehen. Er nahm Jesus beiseite und »begann heftig auf ihn einzureden: ,Gnade dir Gott, Herr, niemals darf dir so etwas geschehen!' Er aber wandte sich Petrus zu und sagte zu ihm: ,Geh mir aus dem Weg, Satan! Du willst mich zu Fall bringen; denn nicht Gottesgedanken, sondern Menschengedanken hast du im Sinn!« (Mt 16, 21-23). So schroff hat Jesus nur den Satan zu Beginn seiner Heilstätigkeit abgewiesen. In beiden Fällen geht es um den Gesamtsinn, um die Grundaufgabe seiner Sendung: Gottesreich oder Menschenreich in Macht und Glanz. (Vielleicht hat Jesus bei dieser Gelegenheit den Jüngern von der Versuchung, die Satan ihm durch eine innere Vision bereitete und die man wohl als inneres Vorspiel der »Versuchung« durch Petrus bezeichnen kann, Mitteilung gemacht.)
Noch unmittelbar, bevor er vor ihren Augen »emporgehoben« wurde, waren sie von dem sie ständig begleitenden Missverständnis nicht frei. Lukas erzählt
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(Apg l, 1-9): »Die nun zusammengekommen waren (die Apostel), fragten ihn: ,Herr, richtest du in dieser Zeit das Königtum wieder auf für Israel?' Er antwortete: ,Nicht eure Sache ist es, Zeiten oder Stunden zu wissen, die der Vater festgelegt hat in der ihm eigenen Macht. Doch ihr werdet Kraft empfangen, wenn der Heilige Geist auf euch herabkommt, und werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samaria und bis an die Grenzen der Erde.«
Die Sonderbelehrung der Jünger ist verständlich und notwendig, da ja gerade sie die Botschaft Jesu bis an die Enden der Erde, zu allen Völkern tragen sollen (Mt 28, 19f).