b) Reich Gottes und Kirche
Die Kirche ist, wie schon hier kurz erwähnt werden soll, mit dem Reiche Gottes nicht einfachhin identisch, sondern dessen Medium und auch seine inadäquate Erscheinungsform (vgl. Bd. 5: Über die Kirche). Sie wird die Erfüllung alles dessen sein, was Gott mit den Menschen wirkt und was diese in zuversichtlicher Hoffnung erwarten dürfen. Die Verkündigung dieser kommenden Weltzeit ist die Botschaft von der wahren Freiheit. In das Gottesreich eingehen (Mk 9, 49), bedeutet so viel wie, in das Leben eingehen (Mk 9, 43. 45) oder gerettet werden (Mk 10, 24) oder in die Freude des Herrn eingehen (Mt 25, 21. 23). Es ist das Gegenteil jenes Vorgangs, in welchem der Mensch, für immer der Freiheit beraubt, in die Finsternis hinausgeworfen wird (Mt 25,30). Wer nicht in das Reich Gottes eingeht, kommt in die »Hölle« (Mk 8, 43. 45. 47).
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Jesus als der von Gott gesandte und der gehorsame Sohn ist das sichtbar gewordene Zelt Gottes. Der Mensch wird jedoch aufgefordert, sich dem Tun Gottes zu öffnen. Diese Aufforderung verlangt die Bekehrung, die Umkehr, die Änderung der ganzen Lebensrichtung. Johannes der Täufer hat die Umkehr gefordert. Bei ihm verbindet sich jedoch dieser AppelI mit der Forderung der Busse und der Androhung des Gerichtes. Johannes zeigt sich als alttestamentlich Gläubiger, wenn er der Gnade Gottes keinen allzu grossen Spielraum einräumt. Nach den Worten Jesu ist das Gottesreich reine Gnade, die dem Menschen allerdings nicht aufgedrängt wird, die dieser vielmehr in Freiheit ergreifen muss, wenn sie sich an ihm heilshaft auswirken soll.