entäussert und gerade so im Heiligen Geist eine neue, höhere Identität gewinnt. Im Sterben Jesu wird der Schmerz des Vaters in der Kraft des Geistes zur Liebe und zur Hoffnung verwandelt. Darin ist die göttliche Bewegung als Weltprozess zu sehen. Sie ist mit diesem identisch. Der Umschlag vom Tode Gottes in die neue Liebe und Hoffnung ist die Auferstehung. In ihr ist der Prozess des Unendlichen, das sich seiner Identität entäussert und in die Nichtidentität eingehen muss, vollendet. Deshalb ist die Auferstehung Jesu Christi das eschatologische Ereignis, das die Geschichte vollendet. Die Auferstehung ist demgemäss ein »geschichts-stiftendes« Ereignis, inso­fern sie die Welt verändert und ihr eine neue Hoffnung auf eine absolute Zukunft hin gibt. Sie beweist ihre »geschichtsstiftende« Kraft in den ständigen Veränderungen der unvollkommenen menschlichen Wirklichkeit, der sozialen Verhältnisse. Sie vermag so die Leidensgeschichte der Menschen in eine Hoffnungsgeschichte umzuwandeln. In diesem Denken meldet sich eine christlich gefärbte kommunistische Geschichtsvorstellung an.

Besonders deutlich dürfte sich das hegelianische Denken in der Theologie J. Moltmanns zeigen. Jesus ist nach ihm in die Zukunft Gottes hinein, d.h. in eine vollkommenere menschliche Geschichte hinein auferstanden. An ihm ist der Charakter unserer Geschichte offenbar geworden, insofern sie auf Hoffnung ausgerichtet ist. Die Erscheinungen, von denen die Schrift berichtet, sind nach Moltmann zu verstehen als Berufungsvisionen, in denen von tief erschütterten Jüngern selbst die Erfahrung des Umbruchs von der Leidensgeschichte in die Hoffnungsgeschichte gemacht wurde und allen Kommenden weitergegeben wird.

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