hh) Idealistische Erklärung (Hegel)
Von der existentialistischen Interpretation der Auferstehung unterscheidet sich trotz der gleichen rationalistischen Wurzel wesentlich die idealistische Erklärung. Sie kritisiert am Existentialismus, dass er die Geschichte, d.h. das Gesamtmenschliche vernachlässigt und nur an den Einzelnen denkt. Der Hauptvertreter und der Hauptanreger dieser Interpretation ist natürlich Hegel. In diesem Zusammenhang kann weder Hegel noch dessen Einfluss auf die evangelische und z.T. auch auf die katholische Theologie ausführlich dargeboten werden. Es sollen jedoch die Kernvorstellungen Hegels selbst, z.T. in der Ausprägung von Schülern, vermittelt werden.
Die Idee ist danach die einzige Wirklichkeit. Die Geschichte ist die Entfaltung der Idee bzw. des Absoluten. Deshalb wird ja auch, wie wir schon mehrfach gesehen haben, die Gesamtgeschichte als Offenbarung verstanden. Die Auferstehung greift in dieser Denkgestalt über das rein Individuelle hinaus. Sie ist objektive Wirklichkeit und Geschichte, aber im Sinne der Entwicklung und Entfaltung einer Idee, die aller Geschichte zugrundeliegt und daher ein integrierendes Moment der Geschichte ist. In dieser Dimension ist auch das Kreuz zu sehen. Die Idee muss verstanden werden als die vom leidenden und auferstehenden Gott, der die Geschichte als »Hoffnungsgeschehen« begreifen lässt.
Dieses Geschehen hat seine Wurzel schon in der Trinität. Gott ist nämlich das Geschehen einer unbedingten, grenzenlosen Liebe, die sich am Kreuze Jesu (des Sohnes) in die Verlassenheit oder die Nichtidentität
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