bb) Gottesreich als Vergebung der Sünde

 

Im Gleichnis vom verlorenen Sohne interpretierte Jesus Gottes verzeihende und erbarmende Liebe, seine Barmherzigkeit, die zwar Umkehr fordert und diese in gnädiger Erbarmung auch schenkt, aber keine Busswerke auferlegt oder voraussetzt. Er wirft auch keinen Stein auf die Sünderin, die nach dem damaligen Gesetz gesteinigt werden sollte, sondern gibt ihr die ernste Mahnung, nicht mehr zu sündigen, ihr Leben zu ändern. Gerade in solchen Situationen gibt er eine neue, tröstende und aufrichtende Vorstellung von Gott. Gott ist so, wie er sich in Jesus Christus zeigt. Jedes diesem Gottesbild entgegengesetzte ist Ideologie.

In seinen Gleichnissen legt Jesus Gottes Verhalten zu den Sündern in immer neuen Weisen aus. Er wusste

 

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sich als Messias für alle Menschen, auch wenn er sagte, dass er nur zu den »verlorenen Schafen des Hauses Israel« gesandt sei. Er kehrte im Hause des Oberzöllners Zacharias und im Hause des Pharisäers Simon ein. Im Gleichnis vom verlorenen Sohne hat der Vater nicht nur den »verlorenen« Sohn wieder aufgenommen, sondern auch den daheimgebliebenen von seiner selbstgefälligen Verkrampfung befreit (F. Schnider, Die verlorenen Söhne. Strukturanalytische und historisch-kritische Untersuchungen zu Lk 15. 1977). In solchen Vorgängen und Szenen zeigt sich die ganze Wirklichkeit und der Lebenssinn Jesu Christi. Seine Aufgabe für die Errichtung des Gottesreiches ist durch die Relationalität (siehe Bd. 2) des »Sohnes« gegenüber dem Vater getragen. Der ganze Lebensvollzug Christi ist von diesem Beziehungsvorgang bestimmt.

              

    

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