dd) Ein Davidsprosse als Gottes Machtträger
Gott wird einen irdischen Machtträger bestellen, der mit seinem Geiste erfüllt ist. Er wird hervorgehen aus dem in tiefe Erniedrigung gestürzten Hause David und einen Weltzustand herbeiführen, der jenseits aller Erfahrung liegt und daher nur in Gleichnissen geschildert werden kann (Jes 0,9; 11,1 -9; Mich 5,1 ff; Jer 23,5 f; Ez 17, 22f; 32, 24f; 34, 23f). Dieser göttliche Beauftragte wird einen schweren Weg zu gehen haben. Er wird als der »Knecht Gottes« erscheinen, der seinen Auftrag in Mühsal und Leid, in Not und Tod erfüllt (Dt-Jes 42, 1ff). Aber gerade durch seinen Tod hindurch wird er das Königtum zu seiner letzten unzerstörbaren Gestalt führen (Dt-Jes 53,1-12). Er wird die Universalität des Königtums herbeiführen (Jes 2,2f; Dt-Jes 49, 6; 56, 7).
Der Geist Gottes wird die Lebenskraft dieses künftigen Königtums sein (Jes 11, 1-6; 32, 15; Dtn-Jes 44, 3f; Ez 31, 7ff; Sach 4, 6; Apg 2, 5; Joel 3, 1).
Wenn indes das Heil auch alle Völker und die ganze Schöpfung umfassen wird, so hat es doch eine Grenze: den Tod. Erst in den letzten Büchern des Alten Testamentes, in jenen aus der hellenistischen Zeit, setzt sich die Hoffnung auf Überwindung des Todes durch ein Weiterleben im Frieden allmählich durch (Weish 3, 7f; 5, 16f; 6, 20f; Dan 12, 2f). So beginnen transzendente und immanente Erwartungen sich ineinanderzuschieben.
Im Spätjudentum wurden diese Hoffnungen weiter ausgestaltet. Sie nahmen die mannigfachsten Formen an, weltimmanente und welttranszendente, partikuläre und universale, individuelle und kollektive. Entschieden wird immer wieder der Charakter der Gottesherrschaft als eines zukünftigen Heilstuns Gottes behaup-
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tet. Immer mehr tritt eine Synthese von transzendentem und immanentem, von jenseitigem und irdischem Reich in Erscheinung, wobei der Akzent auf dem irdischen liegt.