ee) E. Fuchs

 

Den schärfsten Ausdruck gewinnt die existentialistische Interpretation der Auferstehung wohl durch den evangelischen Theologen E. Fuchs. Die Auferstehung ist für ihn die Einheit von Leben und Tod in der Liebe, die an Jesus offenbar wird. An ihm wird nämlich deutlich, dass die Liebe stärker ist als der Tod. Diese Erfahrung ist an keinem anderen Menschen aufgegangen als an ihm. Sie ist aber nicht wesentlich an ihn gebunden. Sie könnte sich auch an einem anderen offenbaren, auch wenn dies bisher in der Geschichte der Menschen nicht geschehen ist.

 

ff) E. Buri

 

Diesen Gedanken führt E. Buri in letzter Konsequenz durch. Er ist der Überzeugung, dass die Interpretation Jesu in das Wort der Verkündigung hinein von Jesus losgelöst werden muss. Er vertritt also die These, dass zwar die Auferstehung verkündet werden muss, aber ohne jeden Bezug auf Jesus als die immer wieder zu vollziehende Auferstehung aus Sünde und Verzweiflung.

 

gg) Theologische Kritik

 

Insgesamt muss man gegen jede Art eines subjektiven psychogenen Ursprungs des Osterglaubens geltend machen: Diese Hypothese beachtet nicht genug die seelische Verfassung der Jünger nach dem Kreuzestode. Durch diesen sahen sie alle ihre Hoffnungen begraben. Der Gedanke an die Auferstehung widersprach ganz und gar ihrer seelischen und geistigen Haltung. Für die psychogenen Erklärungen fehlen völlig die seelischen Voraussetzungen und Bedingungen. Daran änderten auch nichts die Verheissungen, welche

 

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Jesus mehrfach von seiner zukünftigen Auferwek­kung gab, und auch nichts die spätjüdischen Auferstehungshoffnungen. Zumal ja diese in einen völlig anderen Horizont wiesen. Von den Jüngern wurden solche Erwartungen nach dem furchtbaren Tode Jesu in keiner Weise realisiert. Sie waren vom endgültigen Scheitern und dem Zusammenbruch Jesu zu tief überzeugt. Nachdrücklich muss gegen­über verharmlosender Schilderung des seelischen Zustandes der Jünger Jesu betont werden, dass es keinen einfachen Übergang von der vorösterlichen zur österlichen Existenz der Jünger gibt. Es bedurfte einer umstürzenden Realitätserfahrung.

Der Visionstheorie steht die sich durchhaltende Geschichtsmächtigkeit des Osterglaubens der Jünger entgegen. Die Auferstehungszeugen haben wohl zu unterscheiden gewusst zwischen Mythos und Wirklichkeit und den Gegensatz gelegenlich scharf betont (2 Tim 4, 3ff). Insbesondere ist es wiederum Paulus, welcher auf die Auferstehung Jesu so entscheidendes Gewicht legt, dass nach seiner Überzeugung die christliche Verkündigung und der christliche Glaube jeden Sinn verlieren, ja widersinnig werden, wenn Jesus nicht auferstanden ist (1 Kor 15,1-9). Die Jünger Jesu sind von der Erfahrung des auferstandenen Herrn überwältigt worden. Sie begegneten zu ihrer tiefen Überraschung, ja Bestürzung und allerdings auch zu ihrer Freude dem gekreuzigten Meister als einem Lebenden, und zwar völlig unerwartet. Seit dieser Erfahrung liegt ein Müssen auf ihnen, dem sie nicht entfliehen können. Sie können nicht schweigen von dem, was sie seit der Auferstehung oder vielmehr seit den Erscheinungen des auferstandenen Jesus, wie immer man diese erklären mag, führt und treibt (Apg 3,16; 4, 19f; 1 Kor 9, 16), auch nicht wenn sie mit dem Tode

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bedroht werden. So fest sitzt die durch die Erfahrung mit dem lebenden Jesus geschaffene Überzeugung in der Tiefe ihres Ich.

       

      

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