ff) Das Bild vom »Aufstieg« in nichtjohanneischen  Schriften

 

Aufstieg« zu Gott bedeutet für Johannes soviel wie »Erhöhung«. Es handelt sich um eine Existenzerhöhung, um eine neue »Seinsweise«. Das ist zwar nicht etwas völlig Neues in der Schrift, aber die Art, wie Johannes die Vorstellung von dem Aufstieg als einer Seinserhöhung durchführt, unterscheidet sich von den vorausgehenden Darstellungen. Es wird zwar schon im Markusevangelium (16, 9-20) betont, dass der Herr Jesus aus dem Tod zum Leben erweckt wurde, dass er in den Himmel aufgenommen wurde und zur Rechten Gottes seinen Platz bekommen hat, d.h. an der Weltherrschaft Gottes Anteil nimmt, wie er es im Prozess dem Hohenpriester gegenüber vorausgesagt hatte (Mk 14, 62). Den gleichen Gedanken spricht das Matthäusevangelium aus (Mt 28, 18), wenn es dem auferstandenen Herrn die Weltherrschaft zuweist (vgl. auch Apg 2, 34ff). Lukas hat sowohl im Evangelium als auch in der Apostelgeschichte die These von der Aufnahme Jesu in den Himmel fortgebildet zu einer leiblichen Himmelfahrt (Lk 24, 50; Apg 1, Iff). Nach dem Lk-Ev öffnete er seinen Jüngern das Verständnis für sein Leiden und seine Auferstehung, verhiess ihnen die Kraft aus der Höhe, führte sie bis nach Bethanien, segnete sie, entschwand ihnen und wurde zum Himmel emporgehoben. Eine besonders wichtige Stelle bietet der vorpaulinische Christushymnus im Briefe an die Philipper (2, 6-11). In ihm wird gesagt: »Er hat sich selbst erniedrigt, gehorsam bis zum Tode, zum Tode am Kreuze. Darum hat Gott ihn zur höchsten Höhe erhoben (übererhöht). »Voraus geht die

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Versicherung, dass Christus im göttlichen Dasein lebte, dieses aber nicht wie eine Beute festhalten wollte. So sind in dem Texte drei Existenzweisen Christi dargestellt: Die Existenzweise im göttlichen Leben, jene in Erniedrigung in Kreuz und Tod und die Erhöhung, die alle sonstigen Erklärungen überbietet. Paulus hat auch in anderen Briefen Formulierungen gebraucht, welche an den Hymnus im Philipperbrief erinnern. Gal 4, 4 erklärt er, dass Gott seinen Sohn in die Welt gesandt hat. Ähnlich heisst es im Römerbrief 8, 3ff: »Wozu das Gesetz keine Kraft hatte, worin es sich als zu schwach erwies, weil wir in uns selbst gefangen sind, das hat Gott vollbracht, indem er seinen eigenen Sohn in unser von der Sünde bestimmtes Dasein sandte, um uns von der Sünde zu befreien.« Auch die Termini »von Gott kommen«, »zu Gott gehen« gehören in diesen Sprachraum (7, 39; 12, 20; 13, 1. 31; 14, 29; 16, 5. 20; 17,1.5.11.13).

         

    

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