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Auferweckung
als Vergangenes und Vorgriff auf die Zukunft
Die Glaubensaussagen über den österlichen Christus sind natürlich zuerst durch den Rückblick auf die Vergangenheit, eben auf das schon geschehene Ereignis der Auferstehung bestimmt, und zwar in einer einzigartigen Weise, aber auch und zwar wesentlich durch die in ihm, d. h. in dem auferstandenen Christus begonnene Zukunft als Vollendung der Menschen, ja der Schöpfung, des Alls (1 Kor 15, 28f). Die Auferstehung Jesu garantiert nicht nur diese Zukunft, sie wirkt sie nicht nur durch die ihr eigene Dynamik. Sie ist vielmehr der Vorgriff auf die letzte, geschichtlich nicht mehr überschreitbare Zukunft, derart, dass sie selbst zu ihrer Fülle erst kommt durch die Verwandlung der Gesamtschöpfung. Zugrunde liegt dieser These die Lehre von Christus als dem Haupte der Kirche, ja des Alls (Kol 1, 16-20). Christus ist nach Augustinus erst dann der Christus totus, der »Ganzchristus«, wenn die Schöpfung nach seinem Urbilde verwandelt ist.
Gesche zitiert gegen Ende seines Artikels einen Passus aus einem Beschluss der belgischen Bischöfe (Notre foi en Jesus Christ, Tournai 1967). »Die Erscheinungen des auferstandenen Christus verhalfen den ersten Zeugen dazu, die Auferstehung bewusst wahrzunehmen. Mittels der uns überkommenen Berichte können wir nur schwer bestimmen, worum es sich dabei im Sinne der Phänomene und der Beobachtung handelte. Sicher ist aber, dass die Apostel sich dafür verbürgen, einer privilegierten Erfahrung teilhaftig geworden zu sein, aus der sie vor allem erkennen sollten, dass ihr Herr aus dem Tode befreit worden war, dass er der Erlöser der Welt war und sie mit Vollmachten als Zeugen aussandte.« Der in Vollmacht von Gott einge-
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setzte Jesus Christus bleibt mit den Menschen in jener engen Beziehung, die Paulus »Existenz in Christus« nennt, verbunden, und zwar im sakramentalen Zeichen, in den Zeichen der kirchlichen Gemeinschaft und in den Zeichen der Liebe.
Es ist Gesche ein besonderes Anliegen zu betonen, dass die Apostel die Erscheinungen mit dem Worte Auferweckung bzw. Auferstehung interpretiert haben. Die Erscheinungen haben die Auferstehung nicht unmittelbar gezeigt. Unmittelbar haben sie nur gezeigt, dass Jesus nicht mehr tot, sondern lebendig ist. Diese aufgrund der Tradition vorgenommene Interpretation habe den Akt des Lebendigwerdens ausgedrückt. Darin verbinden sich göttliche Wirksamkeit und menschliche Freiheit. Für die Erklärung des durch den Auferweckungsakt sich ergebenden Zustand des neuen Lebens, müssen die übrigen oben genannten Ausdrücke zurate gezogen werden. Diese allein könnten ihrerseits wieder nicht unmittelbar verständlich machen, wie es zu der gemeinten verwandelten Lebensform gekommen ist.
Nach dieser Interpretation von Gesche, die in meiner Mitteilung manche Ergänzungen, namentlich in-bezug auf die Theologie von Pannenberg erfahren hat, soll die konkrete Lehre der Schrift und der Kirche dargelegt werden.
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